"Von der Bindungssensibilität zur Bindungskompetenz - Umgang mit Kindern psychisch kranker Eltern in Adoptiv- und Pflegefamilien"
Samstag, 11.09.2026
10:00 - 16:00 Uhr
Ort: Köln Innenstadt
Arzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie
Ehem. Arzt des Sozialpsychiatrischen Dienstes Hilden, Kreisgesundheitsamt Mettmann
Mitbegründer des Förderkreises KIPKEL, Prävention für Kinder psychisch kranker Eltern
Initiator der Kooperationsvereinbarung zwischen den Institutionen der Erwachsenenpsychiatrie und der Jugendhilfe im Kreis Mettmann
Dr. med. Michael Hipp
Fortbildung
Im Rahmen unseres Engagements für die Förderung des Verständnisses und der Sensibilisierung für besondere Bedürfnisse von Adoptiv-, Pflegekindern und ihren Familien laden wir Sie herzlich zu unserem Tagesworkshop ein.
Wie können wir Kindern Sicherheit vermitteln, wenn ihre frühen Erfahrungen von Unsicherheit, Vernachlässigung oder Überforderung geprägt waren? Wie lässt sich Vertrauen aufbauen, wenn Nähe zugleich ersehnt und als bedrohlich erlebt wird?
OKAPI lädt Euch herzlich zu einer Tagesfortbildung mit Dr. med. Michael Hipp ein. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Adoptiv- und Pflegeeltern belastende Verhaltensweisen besser verstehen und Kindern ein verlässliches, entwicklungsförderndes Bindungsangebot machen können.
Warum dieses Thema wichtig ist
Frühe Beziehungserfahrungen prägen die Entwicklung des Gehirns, das Erleben und die Persönlichkeit eines Kindes. Besonders bedeutsam ist dabei, ob Kinder ihre Bezugspersonen als verlässlich, schützend und emotional erreichbar erleben.
Viele Kinder in Adoptiv- und Pflegefamilien haben mit Eltern gelebt, deren Möglichkeiten zu Fürsorge und Schutz durch eine psychische Erkrankung erheblich eingeschränkt waren. Vernachlässigung, unvorhersehbare Beziehungserfahrungen und mitunter auch Misshandlungen können tiefe Spuren hinterlassen. Diese können sich beispielsweise in Schwierigkeiten der Gefühlsregulation, motorischen und sprachlichen Entwicklungsverzögerungen, Aufmerksamkeitsproblemen, Verhaltensauffälligkeiten oder Lernschwierigkeiten zeigen.
Verhalten, das im Familienalltag störend oder unverständlich erscheint, kann Ausdruck einer früher notwendigen Überlebensstrategie sein. Was dem Kind in seiner Herkunftsfamilie zum Selbstschutz diente, wirkt häufig auch dann weiter, wenn es längst in einem sicheren Umfeld lebt. Strafende Reaktionen können dabei die Überzeugung verstärken, ungeliebt oder minderwertig zu sein.
Die Fortbildung eröffnet einen verstehenden Blick auf diese Zusammenhänge und vermittelt traumapädagogische Ansätze für Vertrauensaufbau und Bindungsförderung.
Inhalte der Tagesveranstaltung
- Frühe Bindungserfahrungen verstehen: Wie zwischenmenschliche Erfahrungen die Entwicklung des Gehirns und der Persönlichkeit prägen.
- Psychische Erkrankungen in der Herkunftsfamilie: Welche Auswirkungen eingeschränkte Fürsorge und fehlender Schutz auf Kinder haben können.
- Verhalten als Überlebensstrategie erkennen: Belastende Verhaltensweisen vor dem Hintergrund der Lebensgeschichte einordnen.
- Sicherheit und Vertrauen aufbauen: Verlässliche Beziehungen und stabile Rahmenbedingungen als Grundlage der Entwicklungsförderung gestalten.
- Bindungskompetenz im Alltag stärken: Traumapädagogische Methoden kennenlernen und das eigene Handeln bindungsfördernd ausrichten.
- Mit Herkunftseltern umgehen: Strategien für den Umgang mit psychisch erkrankten Eltern kennenlernen.
- Ziel der Veranstaltung
Die Fortbildung möchte Euch darin stärken, die Bedürfnisse hinter dem Verhalten Eurer Kinder zu erkennen und ihnen mit mehr Verständnis und Handlungssicherheit zu begegnen. Ihr erhaltet Impulse, wie Ihr Vertrauen fördern, Sicherheit vermitteln und Eure Kinder in ihrer Entwicklung begleiten könnt.
Zielgruppe:
Pflege- und Adoptiveltern, Fachkräfte und Interessierte, die mit traumatisierten Kindern arbeiten.
Teilnahmegebühr:
Die Teilnahme erfolgt gegen eine Gebühr mit freiwillig wählbarem Betrag, der per Überweisung an den Verein gezahlt wird. Die Kontodaten werden nach der Anmeldung bekanntgegeben.
Anmeldung:
Bitte nutzt für die Anmeldung das untenstehende Formular.
Hinweis: Sollten mehr Anmeldungen eingehen als Plätze verfügbar sind, werden Mitglieder von OKAPI bevorzugt berücksichtigt.
Anmeldung für die Veranstaltung
Kontakt
Telefon: +49 / 179 / 4832924
E-mail: Stefanie.Heil@okapi.koeln

